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LOVE PARADE 2000
Der Karneval ist tot! Lang' lebe der Karneval!
Die Zeichen stehen auf Sturm in Berlin. Dieser Tage bereitet man sich, mittlerweile wie jedes Jahr, auf die zur Love Parade anreisenden Massen vor. Jede Kolumne der Stadt wird Pro und Contra ausdiskutieren. Die Kritiker erheben den drohenden Zeigefinger, die Geschäftsleute reiben sich die Hände und nicht zu vergessen mindestens 1 Million Menschen fiebern dem großen Event entgegen.
Macht euch keinen Kopf um öffentlich diskutierte Fragen, wie "Was ist die LOVE PARADE", "Was macht sie aus", "Warum fahren soviele darauf ab?". Alles die falschen Fragen. Hiermit spreche ich ein offizielles Analyse-Verbot aus.
Zur LOVE PARADE gilt nämlich nur eines: Spaß haben.
Das "Warum, Wieso, Weshalb" spielt dabei nämlich gar keine Rolle.
Das Tolle ist doch, daß niemand wirklich eine Botschaft für unsereinen hat, niemand will mich wirklich manipulieren und mir etwas "väterlich" auf den Weg geben. Der Veranstalter wünscht mir "viel Spaß und viel Liebe" und gut. Alles ganz simpel und unpolitisch.
Falsch? Die Wagen werden doch als Werbeplattformen genutzt und sogar politische Gruppierungen fahren mit, um sich zu artikulieren?
Gegenfrage: Wen interessiert's, was jemand bei dieser Musik zu sagen hat? Wer bemerkt denn, ob der Bass vom ausgerechnet von einem "Junge Union Wagen" herunterdröhnt? Welchen Inhalt, außer "nss, nss, nss, nsss", könnte die Message sein? Die Wirkungen von Werbebotschaften verpufft daher weitestgehend wirkungslos.
Nur eine nicht: Berlin ist ein toller Gastgeber.
Keine Stadt mit 1 Million Einwohnern könnte so gut, friedlich und gleichzeitig anarchistisch funktionieren. Also, wolle wa' se reinlasse? [br]
Nachtrag: Der Autor selbst ist bekennender Nicht-Technonaut. Er wird sich der "Herausforderung", wie seit Jahren stellen (und hatte bisher viel Spaß dabei......) [br] 2000
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